Innerer Druck

von Dr. Joanna Wengrzik

An manchen Tagen ist er kaum auszuhalten.
Er ist so stark und mächtig.
Ich spüre ihn im ganzen Körper.
Alles fühlt sich angespannt und eng an.
Ich kann kaum atmen.

Meine Gedanken kreisen um die gleichen Fragen.
Was kann ich dagegen tun?
Wie werde ich ihn los?

Innerlich sage ich ihm: Geh weg.
Ich will dich nicht.
Lass mich in Ruhe.
Hau ab!

Und doch bleibt er.
Es interessiert ihn nicht, was ich sage.
Es interessiert ihn nicht, dass ich ihn nicht will.
Es interessiert ihn nicht, wie es mir geht.

Oder etwas doch?
Kann es sein, dass er sehr wohl weiß, was er tut?
Kann es sein, dass er mir was sagen will?
Kann es sein, dass das seine einzige Möglichkeit ist, von mir wahrgenommen zu werden?

Was, wenn er mir gar nichts böses will?
Was, wenn er mich nur vor schlimmerem bewahren möchte?
Was, wenn ich ihn einfach nur nicht verstehe?

Ich gehe in die Stille.
Ich stelle mich dem Druck.

Hallo Druck, ich nehme dich war.
was willst du mir sagen?
Warum bist du da?

Der Druck fühlt sich gesehen.
Er antwortet:
Das, was du tust und wie du es tust, tut dir nicht gut.
Dein Körper hält das nicht mehr lange so aus.
Ändere etwas. Dringend.

Der Druck lässt etwas nach.
Es wird ein bisschen leichter.
Ich soll was ändern.

Nur wie?

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