Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Expertin für Inneres Aufräumen

Dr. Joanna Wengrzik – Expertin für inneres Aufräumen

Mein Sohn erblickt das Licht der Welt.

Für viele Mütter sicher ein wundervoller Moment, wenn das erste Kind auf die Welt kommt. Nicht so für mich. Auch wenn die Geburt von außen betrachtet „gut“ verlief, so fühlte ich mich alles andere als gut. Keiner hat mich vorgewarnt, wie ausgeliefert und hilflos man sich bei der Geburt fühlt. Dass ich ein Geburtstrauma erlitten habe, war mir damals nicht bewusst.

Babyblues, Wochenbettdepression und das Tal der Tränen.

Immerhin hatte man einen Namen für das, was in der ersten Zeit nach der Geburt in einer Frau vorgeht. Mich hatte es schlimm erwischt und ich konnte mich überhaupt nicht an meinem Sohn erfreuen. Ich konnte mich an überhaupt nichts mehr erfreuen. Ich hatte das Gefühl mein Leben ist zu Ende.

Schlafentzug ist eine Foltermethode.

Die wenigen Stunden Schlaf, die ich zwischendurch bekam, reichen bei weitem nicht aus. So war mein Körper im Dauerstress. Ich lief wie ein Zombie durch die Gegend. Ich war gereizt, gestresst, genervt und hatte ständig Kopfschmerzen vom Schlafmangel. Ich war in keinster Weise auf all das vorbereitet. Und das schlimmste, es schien kein Ende zu nehmen.

Schreiende Babys sind eine Zumutung.

Das ständige Weinen und Schreien waren für mich das schlimmste. Nicht zu wissen, was das Kind denn hat. Ist ihm kalt? Hat er Hunger? Tut ihm etwas weh? Ist die Windel nass? Drückt die Kleidung? Ist ihm langweilig? Was hat er bloß? Wie kann ich diesen Lärm ausschalten? Ich sollte noch erwähnen, dass ich das große Glück hatte ein Kind zu bekommen, was besonders laut schreien kann. Der Kommentar der Kinderärztin: Ja, solche Kinder gibt es.

Alleinsein, Rückzug und Erholung? Fehlanzeige.

Gerade als hochsensibler Mensch brauchte ich dringend regelmäßig Ruhe. Dann will ich niemanden sehen, niemanden hören und niemanden wahrnehmen. Ich will dann einfach nur ich sein. Alleine. Doch das wusste ich damals noch nicht. Ich kannte weder den Begriff Hochsensibilität noch wusste ich, was es bedeutet, geschweige denn, dass ich es bin. Hätte ich das gewusst, hätte ich mir ganz bewusst diese Ruhemomente genommen, denn ich hätte gewusst, dass ich sie zum Überleben brauche.

Angst, Wut, Ärger, Hilflosigkeit und Verzweiflung.

Diese Gefühle waren meine ständigen Begleiter. Es gab nicht eine Minute in der nicht eines der Gefühle sehr präsent war. Manchmal waren sie auch alle da. Das war kein Leben, was man auf Dauer aushalten konnte. Ich musste einen Weg finden. Einen Weg raus aus der Situation. Raus aus den Gefühlen, Raus aus der Erschöpfung.

Persönlichkeitsentwicklung als Lösung.

Damals kann ich nicht mal das Wort. Ich hatte keine Ahnung davon, dass Gedanken und Gefühle veränderbar sind. Ich wusste auch nicht, wie Gefühle entstehen. Dass jedes Gefühl eine Ursache hat und eine Botschaft enthält. Ich begann Bücher zu lesen. Zunächst über Erziehung, weil ich wissen wollte, was ich gegen das ständige Schreien meines Sohnes machen kann. Dabei merkte ich, wie entscheidend die ersten Jahre eines Kindes sind. Dabei stellte ich auch fest, was alles in meiner Kindheit passiert ist, was mich zu dem gemacht hat, der ich bin. Ich entdeckte so viele Zusammenhänge und lernte mich selbst dabei immer besser kennen. Plötzlich wollte ich noch mehr über mich herausfinden. Ich erkannte auch, dass nichts starr und endgültig ist. Wir können alles verändern!

Es gibt kein zurück.

Einmal gestartet, erkannte ich immer mehr in mir, was verändert, transformiert, geheilt und integriert werden möchte. Ich lernte verschiedene Methoden um Blockaden, Traumata und Automatismen aufzulösen. Ich lernte meine Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu verändern, anzupassen, aufzulösen und zu akzeptieren. Dadurch wurden mich beherrschenden Gefühle zunehmend weniger. Ich erlangte meine Selbstbestimmtheit zurück. Ich war wieder Herr meines Lebens statt Sklave meiner Gefühle.

Inneres Aufräumen als Schlüssel

Ich erkannte, dass der Schlüssel zu allen unseren Problemen in uns liegt. Durch inneres Aufräumen können die Probleme bei der Wurzel anpacken und behandeln werden und es wird nicht nur an den situationsabhängig auftretenden Symptomen herumgedoktert. Ich bin meinem Sohn unendlich dankbar, dass er mich „durch die Hölle“ gejagt hat damit ich zu mir selbst finde. Und zusätzlich erkenne, dass es meine Berufung ist, anderen Menschen bei ihren Aufräumarbeiten zu helfen.

Man ist nie fertig.

Heute bringt mich mein Sohn immer noch gelegentlich auf die Palme. Aber es ist deutlich seltener und ich kann mich viel schneller wieder beruhigen. Doch das wichtigste ist: Ich kann das, was mich da gerade aufregt anschließend unter de Lupe nehmen und erforschen, warum es in mir so heftige Gefühle auslöst. Ich kann es „bearbeiten“ und sehe bei der nächsten Gelegenheit, ob das Thema wirklich fertig bearbeitet ist und ich in der Situation mit meinem Sohn gelassen und souverän auftrete oder ob da immer noch etwas hinter steckt, weil es mich noch immer triggert. So darf ich nach einander meinen Themen begegnen und sie auflösen.

Der steinige Weg lohnt sich.

Je mehr Themen ich auflöse, je mehr ich verstehe woher die intensiven Gefühle kommen, je mehr ich innere Wunden heile, je mehr ich an- und hinnehme, desto mehr komme ich bei mir an und desto gelassener und glücklicher werde ich und desto besser ist die Beziehung zu meinem Sohn, meinem Partner und allen Anderen.

2 Kommentare zu „Wie ich wurde, was ich bin: Mein Weg zur Expertin für Inneres Aufräumen“

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